Ein paar Highlights zum Abschluss

Das wird mein erster Blogeintrag, den ich ueber eine neuseelaendische Tastatur eintippe. Also wie ihr merkt, gibt es keine oes, ues oder aes. Ich hoffe es wird daher nicht zu umstaendlich zu lesen sein. Ich gib mein Bestes und werde versuchen jegliche Umlaute zu vermeiden. Was man beim Lesen nicht merkt, ich beim Schreiben aber schon ist auch, dass das Z und das Y Platz getauscht haben. So wird das Tippen dieses Eintrags fuer mich eine Konzentrationsaufgabe =)

Bahnhof Dunedin
Universität Dunedin (glauben wir)
Wasserkugeln
15 Millionen Jahre alte Steinkugeln
Gelbaugenpinguin
Robbenfamilie
Goldrauschhaus
Fahrt nach Rohan (Ida Valley)
Rohan - Poolburn Reserve
Rohan See
Ein einsamer Reiter ohne Pferd aus Rohan
Tz wer braucht schon ne Tour?
Ophir - Goldstädtchen
Nackte Merino-Schafe
Lake Pukaki
Mr. Mount Cook
Camping am Fuße des Mt. Cook
Da is er, nicht.
Die Zeittafel wurde wiedermal locker geschlagen
Hooker Valley
Der Weg zum Berg
Fast wie bei der Gertrude ...
Hängebrücke Nr. 1
Eisbergsee vor Mt. Cook
Eismassen am Berg
Mr. Edward Hillary
Bunt Bunt
Am Lake Tekapo
Ausblick vom Mt. John auf Lake Tekapo

 

Wir hatten die Hoffnung fast aufgeben, irgendwo in Neuseeland noch ein wenig allein zu sein. Aber die Catlins sollten uns umstimmen. Denn an dieser Kueste waren wir fast allein und konnte die ganze Schoenheit der Landschaft in Ruhe geniessen (aja scharfe S gibts hier auch keine). Wir orientierten uns an einer Landkarte, die wir in einer I-Site aufgegabelt hatten und folgten den gelben Hinweisschildern zu den „Sehenswuerdigkeiten“.

Auf diese Weise fanden wir an einem kaum besuchten Felsstrand drei kleine Gelbaugenpinguine. Die watschelnden Zwerge waren fast schon zutraulich und posierten fuer die Kamera nur wenige Meter von uns entfernt. Wenn man so ploetzlich so knapp vor einem Pinguin steht, den man ja eigentlich nur aus dem Fernsehen oder von Bildern kennt, kann man es gar nicht fassen. Man ist gar nicht in der Lage zu realisieren, wo man sich gerade befindet und was fuer ein einmaliges Erlebnis es ist, so nah an diesen Tieren dran zu sein. Erst im Nachhinein wird einem bewusst wie wunderbar diese Begegnung eigentlich war.

Die Nacht verbrachten wir inmitten einer Schafherde, die uns schon gegen 5 liebevoll aus dem Schlaf „maeeehhte“.

Entgegen aller Wetterprognosen schien die Sonne und wir hatten wiedereinmal ein Kaiserwetter. Generell ists schon komisch wieviele Menschen man hier trifft, die einem vom schlechten Wetter erzaehlen, das ihren gesamten Neuseelandaufenthalt dominiert hat. Ja gut, wir hatten auch richtig viel Regen an der Westkueste und ja es hat genervt, aber grundsaetzlich hatten wir Glueck mit dem Wetter.

Unser naechstes Ziel war die sympathische Studentenstadt Dunedin. Im Zentrum der Stadt befindet sich das sogenannte Octagon. Ein Achtecksplatz, auf dem sich das Leben abspielt und der das Herz der Stadt bildet. In diesem ganzen Bereich gibt es gratis Wifi – eine Seltenheit. Umgeben ist der Platz von unzaehligen Pubs und Bars. In einem davon tranken wir ein lokales Bier und beobachteten das Strassenleben und die auffallend vielen Absolventen, die sich feiern liessen.

Erst wenn man so viele Uniabsolventen sieht, wird einem wieder bewusst, dass man ja selbst auch schon graduiert hat. Das vergisst man naemlich auf so einer Reise oder zumindest wir haben es vergessen. In diesem Moment aber ist uns wieder klar geworden, dass die Reise bald aus ist und unser „neues“ Leben zu Hause auf uns wartet. Eigentlich ist das ja auch ein bisschen aufregend. Und irgendwie ist es wie mit dieser Reise.

Wir hatten ja doch ein wenig Respekt vor der Welt da draussen bevor wir losgefahren sind. Eigentlich waren wir ja nicht in Laendern die als „gefaehrlich“ gelten, aber wenn man bisher nur im bekannten Europa unterwegs war, hat man von der Welt eine komische Vorstellung. Aber wenn man dann mal in ein paar anderen Laendern war und andere Kulturen und Sitten kennengelernt hat, merkt man, dass alles halb so schlimm ist und es doch alles nur eine Welt ist.

Bestes Beispiel ist wohl hier – Neuseeland. Es ist einfach wie zuhause – das Wetter, grosse Teile der Landschaft und die Kultur ist auch nicht wirklich anders. Und das obwohl wir am anderen Ende der Welt sind. Man ist halt doch nicht aus der Welt. Schoen gesagt oder? Ja, ok – das war jetzt aufgelegt.

Und ich glaube so aehnlich wird es mit der Arbeitswelt auch sein. Gut, wir wissen wie es ist zu arbeiten. Aber wir wissen noch nicht wie es ist, jahrelang jeden Tag zu arbeiten. Es ist also eine neue Welt, die da auf uns wartet und wir haben ein wenig Respekt um es so zu sagen. Es ist also gleich wie bei unserer Reise und schon nach wenigen Wochen wird sich zeigen, dass alles halb so schlimm ist.

So jetzt habe ich aber genug philosophiert. Zurueck nach Neuseeland.

Nach den Menschenmassen von Dunedin und dem Stadtgefuehl wollten wir schnell wieder auf die ruhigere Strasse und so fuhren wir weiter noerdlich zu den Bouldern von Moeraki. Diese Steinkugeln waren zwar ganz toll, aber ein richtiges Highlight war die Pinguin Kolonie beim Moureaki Leuchtturm. Mindestens 20 Gelbaugenpinguine konnten wir wieder aus naechster Naehe bestaunen. Wir gingen gegen sieben Uhr abends an die Kueste, weil sie zu dieser Zeit alle vom Fischen an den Strand zurueck kehren.

Und tatsaechlich konnten wir sie beobachten, wie sie sich zunaechst geschickt von einer Welle ans Ufer spuelen liessen, um dann geschickt an den sicheren Strand zu watscheln. Dort schuettelt man sich erstmal das Wasser aus den Federn, streckt sich und wartet. Und wartet, schaut und wartet. Auf was sie warten ist ein wenig unklar. Aber sie warten. Auch nach einer Stunde, haben sie sich kaum bewegt und nur mal in der Gegend herum gesehen, um sich dann wieder ausgiebig in alle Richtungen zu strecken – so gut das halt geht als Pinguin.

Aber dann ploetzlich bewegen sie sich und „laufen“ den steilen Berg hinauf zu ihren Nestern. Am Weg dorthin wird natuerlich noch ein paar Mal eine Schuettelpause eingelegt. Ca. 2 Stunden spaeter sind sie dann am Berg oben angelangt und haben Zeit den Ausblick zu geniessen und sich von ein paar Touristen fotografiern zu lassen.

Wir haben uns einfach ins Gras gesetzt und dieses Schauspiel beobachtet. Leider sind aber nicht alle Touristen so freundlich und naehern sich dem Pinguin zu sehr. Da kanns dann schon passieren, dass einer von ihnen, der schon seit ueber einer Stunde am Berg oben entspannt, sich gestresst fuehlt und wirklich schnell den Hang wieder hinunter watschelt.

Mir haben diese Zwerge dann richtig Leid getan und ich kann solche Touristen auch nicht ganz verstehen. Warum stresst man so ein kleines Tier so? Nur fuer ein gutes Facebook-Foto? Vor allem muss es ja eine enorme Anstrengung fuer so einen Mini-Pinguin sein aus dem Meer zu watscheln, dann den Huegel rauf und dann auch wieder runter. Also wenn ihr das naechste Mal einem Pinguin begegnet: Abstand halten!

Das Wetter und der Zeitplan war noch immer auf unserer Seite und so machten wir uns noch einmal auf den Weg nach Wanaka. Auf der Strecke dorthin, nahmen wir einen Umweg ueber Rohan von Herr der Ringe, wo wir wirklich in totaler Einsamkeit, die Filmkulisse aus schroffen Felsformationen und erdgruener Wiese bestaunen konnten.

Ein naechster Stopp wurde im suessen Goldgraeberoertchen Ophir eingelegt, wo uns der Besitzer des „Butchers Shop“ bei einem leckeren Kaffee und Kuchen, alles ueber das einst riesige Dorf erzaehlte. Da es leider zu regnen begann, konnten wir meine Goldwaschpfanne wieder nicht zum Einsatz bringen.

Wanaka, war gleich huebsch und sympathisch wie beim ersten Besuch und wirklich viel hatte sich in der letzten Woche nicht veraendert- auch das „Cardona-Beer“ schmeckte so gut wie beim ersten Mal. Besonders gluecklich war ich, als ich erfuhr, dass ich meine an der Catlins-Coast gefundenen Paua-Muscheln aus Neuseeland mitnehmen durfte.

Mein persoenliches Highlight der Suedinsel, fanden wir dann beim Mt. Cook, dem hoechsten Berg Neuseelands. Er erwartete uns mit Kaiserwetter und schneeweissen Gletschern. Das war das was ich mir unter einem Gletscher vorgestellt hatte und nicht, die mikrigen Dinger vom Fox und Franz Josef Gletscher. Es war so unglaublich schoen und die Eismassen unvorstellbar beeindruckend. Auch die kleine Wanderung in der Hooker Valley, die uns zu einem Gletschersee mit Eisebergen fuehrte, konnte fast mit der Gertrude Valley mithalten. Selbst die zig asiatischen und anderen Touristen, konnten mir mein Highlight nicht zerstoeren.

Als passenden Abschluss dieses Ausflugs besuchten wir noch das Edward Hillary Museum und sahen uns mehrere Filme zur Erstbesteigung des Mount Everest an. Gegen Abend machten wir uns dann auf den Weg zum Lake Tekapo, wo wir auf einen unverwechselbaren Sternenhimmel hofften, den wir leider aufgrund von Wolken nicht sehen konnten.

Aber auch der tuerkisblaue See und Mount John konnten sich sehen lassen. Ich als Steirerin muss dazu sagen, dass der Lake Tekapo auch nach Meinung eines Kärntners sehr schön ist und auch als See zu werten ist. Denn wie ja bekannt ist, haben wir Steirer ja keine Ahnung von Seen, da wir ja schon den Schwarzl als See bezeichnen, obwohl das verglichen mit den Kärntner Ozeanen eher ein Tümpel ist. Aber abgesegnet durch den Kärntner, den wahren See-Kenner, sind  alle Lakes der Südinsel Neuseelands, riesengroß und wunderschön.

Einzig die Frechheit, des vermeintlich einzigen Campingplatzes regte mich auf. Da muss man 20 NZD pro Person zahlen und dann auch noch 2 NZD fuer 10min duschen. Ich mein ganz ehrlich – fuer was zahl ich denn, wenn nicht mal die Dusche dabei ist?

Wir waren natuerlich wiedermal schlauer und haben ueber die „Wikicamps-App“ ganz in der Naehe am Lake Mc Gregor, einen Campingplatz fuer 5 NZD pro Person gefunden. Zwar gabs dort nur eine Toilette, aber die war ihr Geld wenigstens wert.

Und dann waren unsere Pläne für (sitze jetzt übrigens wieder an meiner Tastatur) die Südinsel auch schon abgehakt. Wir sind also in so einem schnellen Tempo vorwärts gereist, dass wir jetzt in Rollerston bei Christchurch in der Bilbliothek sitzen und noch ganze 6 Tage Zeit haben.

Aber das ist vielleicht gar nicht so schlecht. Wir werden die letzten Tage genießen und versuchen zu realisieren, dass diese Reise bald zu Ende geht. Das bezweifele ich jedoch sehr stark, es wird wahrscheinlich sogar in Österreich noch eine Zeit lang dauern, bis wir diese ganzen Eindrücke verarbeitet haben und merken, dass diese Reise jetzt vorbei ist und eine neue beginnt. (Merkt man dass ich heute besonders philosophisch bin? =)

 

Wir freuen uns auf jeden Fall schon auf zuhause, auch wenn wir im Moment eher den Eindruck haben, als wären wir 1 Monat weg gewesen.

 

2 Gedanken zu „Ein paar Highlights zum Abschluss“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.