Von toten Pinguinen und seltsamen Seelöwen

Es mag zwar vielleicht von außen nicht so erscheinen, aber 1 Monat für die Südinsel Neuseelands ist knapp bemessen. Denn fast an jeder Ecke findet man Wanderwege, Wasserfälle, Strände oder andere Naturschönheiten, die gerne entdeckt werden wollen. Aber wie gesagt die Zeit drängt. Und so hetzen wir von A nach B, um doch noch so viel wie möglich zu entdecken und zu finden.

Grüne Landschaft
Neuseelandfluss
Aussicht über Wellington
Wellington von the top
Hafenansichten - Wellington
Trübes Wetter in Wellington
Lochansicht von Wellington
Center - Wellington
Meereshöhle auf der Südinsel - White Bay
Cloudy Bay - Südinsel
Cloudy Bay Weingarten
Marlborough
Am Queen Charlotte Track
Queen Charlotte Sound
Ein Wandersmann - Queen Charlotte Track
Kaikeritiri
Taxi zum Wasser - Abel Tasman National Park
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Wenn eine solche Reise dem Ende zugeht merkt man richtig den Zeitdruck der einem auf den Schultern liegt. Was aber tatsächlich absurd ist, denn normalerweise – also unter herkömmlichen Umständen – hat man ja so gut wie nie 4 Wochen am Stück frei. Und dennoch ist es zuwenig Zeit.

Gerade in diesem Moment haben wir auch nicht gerade viel Zeit, denn wir gehen heute noch Lachsfischen! Unseren eigenen Lachs – ich bekomm schon Hunger wenn ich nur dran denk. Bin schon gespannt wie dick der sein wird und ob wir überhaupt einen fangen.

Jetzt hab ich wenig Zeit und schreib nur darüber, dass ich keine Zeit hab. Zeitverschwendung oder?

Von Nelson aus ging es Richtung Abel Tasman National Park, wo wir uns dazu entschlossen, die Küste vom Land aus zu erkunden. Dafür nahmen wir ein Wassertaxi zur Bark Bay und wanderten von dort die 24km zurück zu unserem Auto nach Marahau. Der Weg war verzaubernd schön. Das Wasser im Abel Tasman Park ist glassklar und leuchtet in der Sonne in einem wunderschönen blau-grün. Die Strände leuchten golden und der Wald beginnt direkt an der Küste, wodurch man sich ein wenig fühlt als wäre man gerade „gestrandet“ auf einer einsamen Insel.

Man wird aber relativ schnell in die Realität zurückgeholt und merkt, dass man alles andere als einsam ist, denn der Küstenweg, ist ziemlich ausgetrampelt und alle 15min begegnet man anderen Wanderern. Dennoch kann man dien Track genießen und der einzige Stress den es hier gibt, wird wiedereinmal durch die Zeittafeln verursacht – wobei das mein persönlicher Stress ist.

An der Stillbay habe ich aber einmal auf die Zeittafeln vergessen und wir haben uns in die Wellen – ist ein bisschen unpassende das Wort, weil das Wasser ist komplett still – geschmissen. Das Meer war so kalt wie es klar war. Kann man sich vorstellen was ich damit meine? Es war wirklich sehr frisch. Aber da wir ja schon einige Kilometer marschiert waren, war es eine willkommene Abkühlung.

Am Weg fanden wir noch einige lohnenswerte Abzweigungen, wobei vor allem der Kleopatra Pool sehr sehenswert ist. Dort trifft man dann auf ein paar Hiker, die hier alle entspannen und über die Felsen rutschen. Wir haben unsere selbst gemacht Weckerl verzwickt und sind dann gestärkt weiter gegangen.

Nach ca. 5,5 Stunden Wandern und ca. 2,5h Pause und Entspannung am Strand, sind wir dann völlig erschöpft – Michi war natürlich noch topfit – also ich spreche nur für mich – beim Auto und beim verdienten Puntigamer (!) angekommen.

Danach ging es über den kurvig steilen Takaka Hill in den gleichnamigen Ort und weiter an die Golden Bay. Deren Name ein wenig komisch ist, denn die Straße an sich führt nicht direkt am Meer vorbei und der Unterschied zwischen Ebbe und Flut beträgt hier bis zu 5m, daher sieht man sehr oft vor allem braunen Schlamm. Das klingt vielleicht nicht wirklich hübsch – ist es aber. Denn durch die braune Landschaft ziehen sich kleine Bächlein, die ihren Weg zum türkisblauen Meer suchen und unzählige schwarze Schwäne suchen nach Muscheln, die der Ebbe zum Opfer gefallen sind.

Am Ende der Golden Bay haben wir in Collingwood am Parkplatz des dortigen Motels übernachtet. Die Eigentümer sind sehr freundlich und man bekommt sogar gratis Wifi. Außerdem trifft man hier kaum auf andere Touristen und man kann sich ein wenig erholen und bekommt ein Gefühl der Einsamkeit – die es ja auf der Südinsel anscheinend geben soll. Da wir bis jetzt aber vor allem an Touristenattraktionen anhielten oder wanderten, haben wir noch nicht so viel davon gemerkt. Aber das kommt schon noch. Das ist übrigens auch ein Zielt fürs nächste Monat – die Einsamkeit finden und die Ruhe einatmen.

Am nächsten Tag gings weiter zum nordöstlichsten Punkt der Südinsel – Farwell Spit. Ein 28km langer Sandstreifen, der für das stille und flache Meer an dieser Küste verantwortlich ist. Da wir am Vortag schon etwas marschiert waren, machten wir nur eine kurze Schleife hin zu den Dünen und dann wieder entlang des windigen Strandes zurück. Aber auch wenn meine Beine tapferer gewesen wären, hätten wir nicht bis zum Ende gehen können, da hierfür eine Tour benötigt wird.

Aber ganz ehrlich – eine Tour zum Wandern?! Wir können ja selbst gehen. Aber das hängt mit dem Vogelschutzgebiet hier zusammen.

Leider ist hier auch eine Gegend wo aufgrund des seichten Wassers viele Wale stranden und so ihr Ende finden. Wir haben das Gott sei Dank nicht gesehen und sahen nur Bilder davon, im verrückten Hippie-Cafe auf dem Hügel – wo es übrigens extrem leckeren Karottenkuchen und extrem langsames Personal gibt.

Danach fuhren wir noch ein paar Kilometer Richtung Norden. Dort spazierten wir zum wohl windigsten Ort, den ich je gesehen hatte – dem Wharariki Beach. Die Felsformationen sind wirklich beeindruckend und würde der Wind den Sand nicht so durch die Luft wirbeln, hätte ich diese wunderschöne Landschaft mit Sicherheit mehr genießen können.

Am Strand sahen wir dann unseren ersten wild Pinguin – es war ein toter Baby-Pinguin. Nicht wirklich ein guter Start für uns und die Pinguine. In einer nahen Höhle setzten wir uns kurz hin, um dort ein wenig vorm stürmischen Gebläse geschützt zu sein. Ich hatte schon fast den ganzen Sand endlich wieder aus den Augen und Zähnen bekommen, als ich am hinteren Ende der Höhle plötzlich etwas liegen sah. Es war zusammengerollt, hatte eine blutige Schnautze, sah aus wie eine lange Riesenkatze, war aber höchstwahrscheinlich ein Seelöwe. Also es war unwahrscheinlich, dass hier eine Riesenkatze lebte, deshalb ging davon aus, dass es ein Seelöwe oder sowas ähnliches sein musste.

Er war nicht so begeistert von unserem Anblick wie wir von seinem. Vor allem dachten wir, dass diese Tiere im Rudel leben, hier war aber weit und breit kein anderes Tier zu sehen. Vielleicht war es krank oder so und suchte Schutz von der stürmischen See.

Wir waren ja nördlich vom Farwell Spit und hier war das Meer alles andere als ruhig. Die 10 Befour, die hier sausten wirbelten alles auf und man konnte sich gut vorstellen, wie der arme kleine Pinguin ums Leben kam. Der Strand war so schön und so unheimlich durch den Sturm, dass es wirklich unwirklich wirkte.

Besonders einfallsreich war ein Hippie – ich nenn ihn mal so – der am Strand mit seiner Gitarre rum spazierte und sie verzweifelt zum Ohr hielt um irgendwelche Geräusche zu hören, was bei dem Sturm eigentlich unmöglich war. Man konnte sich ja nicht mal unterhalten. Aber er hatte anscheinend eine romantische Vorstellung von diesem Ort gehabt.

Am Heimweg – also der Weg zu einem Schlafplatz – hielten wir noch im berühmten Musell Inn und konnten nicht widerstehen: Wir aßen etwas. Zum ersten Mal in Neuseeland, dass wir etwas in einem Restaurant aßen. Denn die Preise sind unverständlich hoch. So kostet zB eine Suppe (!!) ca. 8 Euro! Wir tranken zwei Manuka Honig Biere und aßen einen Fischburger und eine Gemüse-Quiche. Gott sei Dank war es wirklich sehr lecker – sonst hätten wir uns nur übers Geld geärgert. Aber so wars einfach ein schöner Abschluss des Tages und außerdem war alles andere eh gratis. Seit langem sogar unsere Übernachtungsgelegenheit.

Und jetzt sitzen wir in der Bibliothek von Takaka und ich muss gleich der Bibliothekarin erklären, warum ich doch länger als eine Stunde hier war.

 

 

7 Gedanken zu „Von toten Pinguinen und seltsamen Seelöwen“

  1. Hi Leni + Michi,
    not really guys!? Ihr habt tatsächlich all eure Würde abgelegt und habt ein Jucy gemietet!? Shame on you 🙂
    Wo seid ihr gerade? Wir sind in Dunedin und auf dem Weg an die Westcoast und dann Richtung Norden. Vielleicht trifft man sich ja mal irgendwo.
    Gruß und weiterhin eine gute Reise!
    Andi+Annika

    1. Hey hey,

      wir sind grad ganz im sueden…haben uns anscheinend/wahrscheinlich schon verpasst =( ja der jucy is der wahnsinn. es hilft nix. er is einfach super – wir sind jetz bei der elite =) haha. hoff bei euch is alles gut? glg leni und michi

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